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Verona, Stadt des Mittelalters, Stadt der Renaissance, ist mit
Sicherheit uralt. Natürlich ist ein Besuch Veronas ohne eine
Besichtigung der weltberühmten Konzertarena aus römischer
Zeit überhaupt nicht denkbar. Auch im Mittelalter hat das gewaltige
Bauwerk, in dessen weitem Rund in unseren Tagen Pavarotti und Carreras
brillieren, eine wichtige Rolle gespielt: Alberto I. della Scala
pflegte eben hier Anhänger der patarenischen Ketzerei verbrennen
zu lassen.
Pulsierendes Zentrum der Stadt ist die Piazza Erbe, das alte römische
Forum mit dem gewaltig prunkenden Palazzo Maffei aus dem Jahre 1668
und dem Markuslöwen ganz im Zentrum: Symbol der jahrhundertelangen
venezianischen Fremdherrschaft. Gleich nebenan erhebt sich der Palazzo
dei Scaglieri, die Stadtresidenz des Geschlechtes mit der Kirche
Santa Maria Antica und den für den Reenactmentfreund bedeutsamsten
Monument Veronas, den Scaligergräbern: Speziell die Skulptur
Cangrandes I., lachend und in voller Rüstung zu Pferde sitzend,
ist nicht nur ein Kunstwerk von einmaligem Rang, sondern zeigt auch
sehr detailliert und realistisch Ausrüstung und Bewaffnung
eines Ritters des beginnenden 14. Jahrhunderts. Unter den Kirchen
Veronas ist des Weiteren zum Einen der Dom mit seiner ganz charakteristischen
Mischung aus Romanik und Gotik zu nennen, zum Anderen aber vor Allem
die Basilika San Zeno Maggiore, deren faszinierendes Portal aus
den 1130er Jahren auf Meister Niccolo zurückgeht, welcher später
vermutlich mit dem Bau des "Kaiserdomes" des römisch-deutschen
Herrschers Lothar III. von Süpplingenburg in Königslutter
betraut wurde. Und schließlich gibt es da dann noch das Haus
der Julia mit seinem im letzten Jahrhunder restaurierten Balkon
in der Via Capello. Wie es dem Gebäudekomplex trotz lemmingsartig
in den Innenhof strömender, Initialen ins Mauerwerk ritzender
und die Brüste einer Bronzejulia betaschender Besucherhorden
gelungen ist, mittelalterliche Atmosphäre zu bewahren, bleibt
rätselhaft; auf jeden Fall vermag die Szenerie rund um die
Casa Giulietta bis heute, eine Saite in der Seele des Besuchers
zu rühren.
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